Noch ist das Serious Game 1378 km nicht veröffentlicht, trotzdem sorgt der an der deutschen Grenze angesiedelte Ego-Shooter 1378 km für Empörung bei Opfern des DDR-Regimes und bei Politikern. Eine erste Anzeige liegt vor. (Vollständiger Artikel unter http://www.golem.de/1009/78324.html)

1378 Km
Es gibt zahlreiche Diskussionen zum Thema Videospiel als Kunst und immer wieder wird dabei auf teure Produktionen, wie Heavy Rain verwiesen. Doch zumeist handelt es sich bei den besagten Titeln um kunstvolle, im Sinne von handwerklich hochwertige, geschaffene kommerzielle Produkte. Damit Game Design oder Videospiele als Kunst und somit auch stärker als Kultur wahrgenommen werden, benötigen wir Designer, die sich an die Grenze wagen. Ohne Picassos Les Desmoiselles d’Avignon wäre die Geschichte der der Malerei heute undenkbar. 1907 aber, war das Gemälde mit den nackten Frauen ein Schock für die Gesellschaft. Picasso erntete überwiegend sehr negative Meinungen zu seinem Werk.
Ich möchte den Entwickler von 1378 Km, Jens M. Stober, nicht auf die Stufe eines Picasso heben, aber Grenzgänger(!) wie er und Brenda Brathwaite (ich wünschte, ihr Spiel Train wäre von einem Deutschen entwickelt worden) sind nötig, um Videospiele aus dem Fokus der Killerspiel-Debatten zu bewegen. Das mag widersprüchlich klingen, ist aber meiner Meinung nach ein wichtiger Schritt, um die Ebene der puren Unterhaltung zu durchbrechen und auf die Kraft des interaktiven Mediums hinzuweisen.

Train - ein nachdenkliches Spiel
Letztendlich werden wir mit der klassischen Definition von Spiel brechen müssen, um es als Kunst zu erfassen. Denn Spiel bedeutet “ohne Zweck” zu sein. Wenn ich jedoch spiele, um Kunst zu erfahren – um nachzudenken und Geschichte zu reflektieren – so wird Spiel zu Kunst und verliert die Essenz des Spiels. Es ist damit nur noch Kunst und kein Spiel. Spiel muss dann auch nicht mehr Spaß machen. Es kann sich als Medium der Gesellschaft weiterentwickeln und eben nur noch Kunst sein.
In diesem Sinne möchte ich dem Autor Jens M. Stober und der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe für ihr Festhalten am Projekt danken. Die Opfer der innerdeutschen Grenzpolitik werden durch das Spiel nicht beleidigt. Es ruft die Opfer in Erinnerung. Es lässt eine junge Generation einen Moment innehalten und nachdenken, was damals geschehen ist. Auch wenn die Darstellung unrealistisch und verfremdet ist, so regt sie gerade dadurch an, sich mit dem Thema weiter zu befassen. “Ist es so gewesen?” – Nein, aber wie ist es denn dann gewesen? Hier kann ein Link im Spiel oder auf der Webseite aufklären. Damit wir nicht vergessen. Es ist Teil von unserer Identität als Volk.

Ist die Seite jetzt tot?
Währe schade.
Nein, die Seite ist nicht tot! Allerdings muss ich noch die Nachwehen meines Umzugs verkraften und mein Job nimmt mich auch sehr ein. Die wenige übrige Zeit möchte ich mit meiner Familie verbringen (und endlich mal StarCraft2, Darksiders, Laura Croft GoL, Civ5, CoD7 und L4D2 weiterspielen. Ach, bald kommt auch noch Catalysm… *ohje*).
Aber danke für die Erinnerung, ich muss wirklich dringend hier wieder verstärkt weitermachen!
Volker